Blog

Global Monitoring: Die Woche

Das Team der A3M Travel Security beobachtet rund um die Uhr sicherheitsrelevante Ereignisse weltweit, analysiert die Gefahrenlage und stellt gebündelt alle wichtigen Informationen im Global Monitoring Informationssystem zur Verfügung. Unser Wochenrückblick bietet einen Einblick in die Arbeit unserer Analysten und stellt ausgewählte Entwicklungen und Ereignisse der vergangenen Woche vor.

Sudan: Blutiger Machtkampf zwischen verfeindeten Militärs 

Im Zuge der Machtübergabe an eine zivile Regierung kam es am vergangenen Wochenende zu einem blutigen Machtkampf zwischen der sudanesischen Armee und der paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) in mehreren Städten des Sudans. 2021 haben Armee und RSF gemeinsam die Regierung gestürzt und seither das Land am Horn von Afrika mit einem Übergangsrat regiert. Im Zuge der Übergabe der Regierungsgeschäfte an eine zivile Verwaltung sollten die Einheiten der RSF in die Kommandostruktur der regulären sudanesischen Armee eingegliedert werden. Hierbei kam es zum Bruch zwischen General Abdul Fattah al-Burhan, dem Kommandeur der Armee und derzeitigem de facto Staatsoberhaupt, und seinem Stellvertreter und Oberbefehlshaber der RSF, Mohamed Hamdan Daglo „Hemeti“. Bei schweren Gefechten zwischen beiden Konfliktparteien um repräsentative Regierungsgebäude wie den Präsidentenpalast in der Hauptstadt Khartum kam es zu hunderten zivilen Opfern. Der Flugverkehr in den Sudan wurde aufgrund der eskalierenden Gewalt eingestellt. Die Nachbarländer Tschad und Ägypten schlossen aufgrund der Kämpfe ihre Grenzen. Im Lauf der Konfrontation weiteten sich die Gefechte auf alle Landesteile aus, beide Konfliktparteien setzten hierbei schwere Waffen, Kampfflugzeuge und Artillerie ein. 

Frankreich: Waldbrand im Département Pyrénées-Orientales 

Im äußersten Südosten Frankreichs verwüstete ein Waldbrand zum Wochenbeginn die Gebirgszüge der östlichen Pyrenäen nahe der Stadt Cerbère an der Grenze zum Nachbarland Spanien. Laut Experten kam es noch nie so früh im Jahresverlauf zu einem ähnlich großen Waldbrand. Das Feuer zerstörte eine Fläche von rund 1000 Hektar in den schwer zugänglichen Bergen im Hinterland von Cerbère. Rund 600 Einsatzkräfte der Feuerwehr waren zur Brandbekämpfung im Einsatz, die Löscharbeiten wurden jedoch durch starke Winde erschwert. Mehr als 300 Menschen mussten zeitweise in Turnhallen und am Strand von Cerbère untergebracht werden. Südfrankreich leidet derzeit unter der stärksten Dürre seit Beginn der Aufzeichnungen durch den französischen Wetterdienst Météo-France. Das betroffenen Département Pyrénées-Orientales leidet bereits jetzt unter einem Wassermangel, der normalerweise im August und damit im Hochsommer auftritt. Experten vermuten hinter der Brandursache menschliches Versagen. 

China: Großbrand in einem Pekinger Krankenhaus  

Letzten Dienstag brach im Pekinger Changfeng Krankenhaus im Pekinger Distrikt Changfeng ein Brand aus, bei dem Dutzende von Personen ums Leben kamen. Das Feuer, welches im Ostflügel der Klinik wütete, soll ersten Untersuchungen zufolge durch brennbare Farben verursacht worden sein. Einige Menschen waren aufgrund des sich rasch ausbreitenden Feuers gezwungen, aus den Fenstern zu klettern. Medienberichten zufolge beschwerten sich etliche Einwohner der Hauptstadt über Internetplattformen, dass sie bis zum späten Dienstagabend aufgrund der staatlichen Zensur keine Ahnung darüber hatten, dass im Changfeng Krankenhaus ein Brand ausgebrochen war. Jedoch wurden kurz nach dem Vorfall zahlreiche Personen aufgrund des Verdachts auf grobe Fahrlässigkeit festgenommen. Darunter war auch der Direktor des Krankenhauses. 

Deutschland: Streiks an mehreren Flughäfen sowie im nationalen Bahnverkehr 

Ende letzter Woche kam es sowohl an den Flughäfen von Stuttgart, Köln/Bonn, Hamburg, Karlsruhe/Baden-Baden und Düsseldorf als auch im gesamten Bahnverkehr Deutschlands zu Warnstreiks. Im Zugverkehrswesen fiel letzten Freitagvormittag der Fernverkehr sowie der Regionalverkehr weitestgehend aus. Dem Streikaufruf der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG folgten alle Bahnbetriebe, darunter auch das Unternehmen Transdev. Bezüglich der Warnstreiks von Beschäftigten in der Luftsicherheit waren rund 700 Flüge und etwa 100.000 Fluggäste betroffen. Am Hamburger Flughafen wurden letzten Donnerstag alle Flüge annulliert, während am Flughafen Köln/Bonn mehr als die Hälfte aller Flüge ausfiel.  

Russland: Explosion in der Stadt Belgorod 

Letzten Donnerstag ereignete sich in der Stadt Belgorod nahe der ukrainischen Grenze eine gewaltige Explosion. Diese verursachte auf einer Kreuzung im Stadtzentrum einen Krater mit einem Durchmesser von etwa 20 Metern. An den umliegenden Wohnblöcken wurden aufgrund der Stoßwelle, die durch die Detonation ausgelöst wurde, Sachschäden gemeldet. Mehrere Menschen wurden verletzt. Der Grund für die Explosion: Ein russischer Kampfjet hatte versehentlich Munition über der Großstadt abgeworfen. Bordmunition sei Behörden zufolge ungeplant durch ein SU-34-Flugzeug abgeworfen worden. Die Stadt ist seit Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine bereits mehrmals unter Beschuss geraten.  

Author

Marian Nothing