Blogbeiträge

Global Monitoring: Die Woche

Das Team der A3M Travel Security beobachtet rund um die Uhr sicherheitsrelevante Ereignisse weltweit, analysiert die Gefahrenlage und stellt gebündelt alle wichtigen Informationen im Global Monitoring Informationssystem zur Verfügung. Unser Wochenrückblick bietet einen Einblick in die Arbeit unserer Analysten und stellt ausgewählte Entwicklungen und Ereignisse der vergangenen Woche vor.

Nepal: Tödlicher Absturz einer Yeti-Airlines-Maschine bei Pokhara

Am Sonntagvormittag stürzte eine zweimotorige ATR-72 Propellermaschine der Fluggesellschaft Yeti Airlines kurz vor der Landung in der Stadt Pokhara ab und zerschellte. An Bord befanden sich 68 Passagiere und vier Crewmitglieder. Unter den Opfern waren auch mehrere internationale Reisende. Auch wenn Nepal für seine von spektakulär bis unsicher reichenden Flugrouten bekannt ist und alle Fluglinien des Landes auf der Blacklist der EU stehen, stellt dies doch das schwerste Flugzeugunglück der vergangenen drei Jahrzehnte dar.

Landesweite Generalstreiks aufgrund geplanter Rentenreform in Frankreich

Am Donnerstag wurde Frankreich von landesweiten Streiks in zahlreichen Sektoren weitgehend lahmgelegt. Die Proteste richteten sich in erster Linie gegen eine von der Regierung geplante Rentenreform, die unter anderem die Erhöhung des Renteneintrittsalters vorsieht. Im Vorfeld rechneten Gewerkschaften mit mehr als einer Million Teilnehmern in hunderten Städten. Für Reisende von besonderer Relevanz waren beispielsweise die Einstellung des Fährverkehrs zwischen Calais und Dover und der Ausfall zahlreicher Züge des Eurostars. Im Rahmen der Proteste kam es in Paris vereinzelt zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und radikalen Gruppen, die sich unter die Demonstranten gemischt hatten. Da die Regierung an ihrem Kurs festhalten will, wurden für Ende Januar bereits weitere Proteste angekündigt.

Anhaltende Proteste gegen die peruanische Präsidentin

In der vergangenen Woche gingen die seit Dezember andauernden Proteste in Peru in eine neue Phase über. Tausende Demonstranten aus verschiedenen Landesteilen begannen einen Marsch nach Lima, wo sie sich am Donnerstag zu Großkundgebungen trafen. Bis dahin war das Kerngebiet der Proteste vor allem der Süden des Landes gewesen. Die Situation in dem südamerikanischen Land erscheint zunehmend angespannt und nach der kurzen Ruhephase zum Jahreswechsel kommt es wieder vermehrt zu Berichten über gewaltsame Zwischenfälle. Ein Ende der Protestwelle ist weiterhin nicht absehbar.

Tibet: Tödliche Schneelawine in der Nähe von Nyingchi

Bei einem Lawinenabgang in der Nähe von Nyingchi in Tibet wurden am Dienstagabend mindestens 28 Menschen getötet. Die Lawine blockierte den Ausgang eines Tunnels und verschüttete eine Autobahn, die Städte im Kreis Mainling und im Kreis Medog verbindet. Mehr als 1.300 Rettungskräfte waren im Einsatz und suchten mehrere Tage lang nach Opfern in der 7,5 km langen Schneedecke, die die Lawine hinterlassen hatte. Mindestens 53 Überlebende wurden gefunden, bevor die Suche nach Opfern am Samstag abgebrochen wurde. Es ist nicht bekannt, ob es weitere Vermisste gibt. Berichten zufolge wurde der Lawinenabgang wahrscheinlich durch starke Winde und steigende Temperaturen ausgelöst.

Afghanistan: Kältewelle überzieht das Land 

Eine Kältewelle hält Afghanistan im Griff. Seit 10.01. sind im ganzen Land Minusgrade zu messen, die teilweise zweistellig sind. Am Tag waren am 19.01. in der nordöstlichen Provinz Badachschan und in den Regionen um Kabul herum zwischen -14 °C und -21 °C zu messen. Den Tiefpunkt erreichte jedoch die Provinz Ghor am 15./16.01., wo das Wetteramt -33 °C maß. Die Temperaturen haben auf das Land, welches Nahrungsknappheit, Inflation, Umweltkatastrophen und regelmäßigen Anschlägen unterliegt, eine verheerende Wirkung. Bis 21.01. registrierten die Behörden etwa 80 Personen, welche der Kälte erlagen und weitere 70.000 Tiere, die an den niedrigen Temperaturen verendeten. Die Temperaturen halten noch mindestens eine Woche an.

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Author

Marian Nothing