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Global Monitoring: Die Woche

Global Monitoring Themen: Bewaffneter Konflikte zwischen Armenien und Aserbaidschan, Scharmützel an der Grenze zwischen Kirgisistan und Tadschikistan, eine Massenpanik in Guatemala, eine Vertiefung der Krise im Libanon, drohende Streiks in Frankreich und Neues aus der Welt von COVID-19 – Ereignisse dieser Art wirken sich auf die Sicherheit von Geschäftsreisen und den Tourismus aus. Damit Sie alle relevanten Ereignisse im Blick haben, stellt A3M das Global Monitoring System bereit. Auf der Plattform können unsere Kunden in Echtzeit an 365 Tagen im Jahr auf Informationen zugreifen, welche unser Travel Security Analyst Team auswertet und bereitstellt. Somit können Sie im Krisenfall bestmöglich reagieren. Es folgt eine Zusammenstellung ausgewählter Global Monitoring Ereignisse der vergangenen Woche im A3M Wochenrückblick.

Eskalation im Südkaukasus: Kämpfe zwischen Armenien und Aserbaidschan 

In der Nacht zum Dienstag kam es zu den schwersten Kämpfen zwischen Armenien und Aserbaidschan seit dem Bergkarabach-Krieg vor zwei Jahren. Das aserbaidschanische Militär soll mehrere grenznahe armenische Ortschaften beschossen und Vorstöße auf armenisches Territorium unternommen haben. Dabei kamen mehr als 200 Soldaten auf beiden Seiten ums Leben. Wegen des jahrzehntealten Konflikts um die umstrittene Region Bergkarabach kommt es immer wieder zu schweren Spannungen und auch bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen den beiden Ländern, die im Jahr 2020 letztendlich zu einem mehrwöchigen Krieg eskalierten.  Interessanterweise liegen alle angegriffenen Ortschaften in Armenien selbst und nicht in Bergkarabach. Wie auch schon bei dem Konflikt vor zwei Jahren hat die russische Regierung erneut einen Waffenstillstand zwischen den beiden Parteien vermittelt. In der Vergangenheit haben sich derartige Waffenruhen aber als äußerst brüchig erwiesen und auch dieses Mal beschuldigten sich beide Seiten den Waffenstillstand zu verletzten.     

Kirgisistan: Blutige Grenzgefechte mit Tadschikistan 

Der Kaukasus war in dieser Woche nicht die einzige Region, in der ein Grenzkonflikt eskalierte. Auch zwischen Kirgisistan und Tadschikistan kam es zu blutigen Kämpfen mit mehreren Toten und Dutzenden Verletzten. Dabei soll wohl auch die kirgisische Stadt Batken in der gleichnamigen Region sowie deren Flughafen mit schweren Waffensystemen aus Tadschikistan beschossen worden sein. Der unklare Grenzverlauf ist regelmäßig Auslöser für tödliche bewaffnete Auseinandersetzungen zwischen den beiden Ländern, die sich eine 970 Kilometer lange Grenze teilen. Zuletzt kam es im Jahr 2021 zu schweren Kämpfen, bei denen auf beiden Seiten mehr als 50 Personen getötet, Hunderte verletzt und Zehntausende evakuiert werden mussten. Inzwischen haben aber beide Seiten einem Waffenstillstand zugestimmt.

Massenpanik Guatemala

Am Donnerstag kamen bei einer Massenpanik in Quetzaltenango, Guatemala, zahlreiche Personen ums Leben. Anlässlich des Unabhängigkeitstages hatte in der Stadt im Westen Guatemalas ein Konzert stattgefunden. Nach dem Ende des Konzertes war beim Verlassen des Geländes unter den Gästen zu einem Gedränge gekommen. Zahlreiche Personen wurden verletzt. Behörden gaben später bekannt, dass weder ein Sicherheitskonzept noch eine Genehmigung für die Veranstaltung vorlag. 

Krise im Libanon: Dauerzustand mit immer bizarreren Formen 

Der Libanon befindet sich seit Jahren in einer anhaltenden Wirtschaftskrise, die in der jüngsten Vergangenheit jedoch neue Blüten getrieben hat. Immer häufiger gibt es Berichte über bewaffnete Zwischenfälle in Banken, die bislang jedoch stets gewaltfrei endeten. Die Täter sind meist Personen aus der Mitte der Gesellschaft und das Motiv ist nicht Bereicherung, sondern eine einfache Bargeldabhebung. Aufgrund des rasanten Wertverlustes der lokalen Währung und mangelnder Devisen haben libanesische Banken das Abheben von Geld stark eingeschränkt und eine zunehmende Anzahl Kunden sieht sich nun gezwungen, unter Androhung von Gewalt Zugang zu ihren Ersparnissen zu verschaffen. Das Problem ist bereits so verbreitet, dass sich Aktivistengruppen bildeten, deren Mitglieder sich bei den Aktionen gegenseitig unterstützen. Solange das Land keine wirtschaftliche Perspektive besitzt, ist weiter mit Personen zu rechnen, die ihr eigenes Geld zu rauben versuchen.   

Streik der Flugsicherung Frankreich 

Wie angekündigt kam es am Freitag (16.09.) zu Einschränkungen durch den Streik der Flugsicherung. Die französische Luftfahrtbehörde DGAC hatte die Fluggesellschaften bereits im Vorfeld aufgefordert, ihre geplanten Flüge um die Hälfte zu reduzieren. Zwischen Freitagmorgen (7 Uhr Ortszeit) und Samstagmorgen (7 Uhr) wurde die ganztägige Streikaktion durchgeführt, in deren Folge nur 45 % der Kurz- und Mittelstreckenflüge durchgeführt werden konnten. Etwa 1.000 Flüge mussten ausfallen.

Destination Manager News 

Diese Woche begann mit der Aufhebung aller Einschränkungen nach Neuseeland. So ist kein Test- oder Impfnachweis mehr seit dem 13.09. erforderlich, um das Land zu bereisen. Außerdem hat der Inselstaat im Pazifik alle Ampeleinschränkungen im Land aufgehoben, womit unter anderem die Maskenpflicht entfällt. 
Auch das Sultanat Brunei gab diese Woche bekannt, dass es seine Einreisebeschränkungen ab dem 15.09. lockert. Brunei erlaubt nun auch die Einreise von Ungeimpften, indem es die Nachweispflicht aufhob. Somit sind Geimpfte und Ungeimpfte für die Einreise gleichstellt. 
Eine neue Einschränkung deklarierte diese Woche Nordkorea, wonach die Maskenpflicht seit dem 12.09. im Land wieder eingeführt wurde. Sie war zuvor am 10.08. abgeschafft worden. 

Die konkreten Nachrichten werden von der Einschätzung des WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus begleitet, welcher am Mittwoch (14.09.) in einer Rede bekannt gab, dass das Ende von COVID-19 in Sicht gerückt sei. Schaut man sich die Einreisebeschränkungen in der Welt an, so ist man geneigt der Einschätzung zuzustimmen. Zwar ist COVID-19 noch nicht überwunden, eine Tendenz ist jedoch klar: “We are not there yet.  But the end is in sight” (Reuters). 

Frühere Wochenrückblicke finden Sie auf unserem Blog.

 

Author

Marian Nothing