Blogbeiträge
Global Monitoring Ereigniskarte

Global Monitoring: Die Woche

Streiks im Flugverkehr, Rekordtemperaturen oder Unwetter, Demonstrationen infolge soziale Unruhen, Terrorismus oder pandemische Einschränkungen – Ereignisse dieser Art wirken sich im Besonderen auf die Sicherheit von Geschäfts- und Vergnügungsreisen aus. Um optimal auf reisesicherheitsrelevante Vorkommnisse vorbereitet zu sein, stellt A3M mit dem Global Monitoring System eine Plattform bereit, auf der unsere Kunden in Echtzeit und an 365 Tagen im Jahr auf die von unserem Travel Security Team aufbereiteten Informationen zugreifen können, um im Krisenfall bestmöglich reagieren zu können. Es folgt eine Zusammenstellung ausgewählter Global Monitoring Ereignisse der vergangenen Woche im A3M Wochenrückblick.

Skandinavien: Einigung bei Scandinavian Airlines nach 15-tägigem Pilotenstreik 

Am Dienstag endete ein 15-tägiger Streik der Piloten der skandinavischen Fluggesellschaft Scandinavian Airlines. Der Streik hatte die Streichung von mehr als 3.700 Flügen zur Folge. Von den Flugausfällen waren insgesamt rund 370.00 Passagiere betroffen. Auch nach Ende des Streiks saßen hunderte Dänen, Schweden und Norweger teilweise für mehrere Tage in der Ferne fest. Grund für den Streik waren umstrittene Personalentscheidungen der Fluggesellschaft während der Pandemie. Zwischenzeitlich stand das Fortbestehen der Fluglinie in ihrer derzeitigen Form ernsthaft infrage. Die Einigung zwischen den Streikparteien schließt ein, dass etwa 450 Piloten, die während der Pandemie entlassen wurden, wieder eingestellt werden, ohne mit anderen Bewerbern konkurrieren zu müssen. Der Aktienkurs der vornehmlich im Norden Europas operierenden Fluggesellschaft legte infolge der Einigung zu. Die Zukunft der unter dänischer und schwedischer Staatsbeteiligung operierenden Fluggesellschaft bleibt jedoch offen. 

Europa: Einschränkungen infolge einer Hitzewelle in mehreren Ländern 

Am vergangenen Dienstag erlebte das Vereinigte Königreich einen Hitzerekord, als am Flughafen Heathrow 40.2 Grad Celsius gemessen wurden. Aufgrund der Hitzewelle riet die britische Eisenbahngesellschaft Network Rail von nicht notwendigen Reisen ab. Gleichzeitig wurde der Verkehr auf Zugtrassen nördlich von London sowie im Osten Englands und nach Schottland komplett eingestellt. Durch die hohen Temperaturen kam es sogar zu einem teilweisen Abschmelzen des Asphalts der Landebahn am Flughafen Luton, sodass mehrere Flüge gestrichen werden mussten. Auch in Frankreich sorgte die Hitzewelle für Einschränkungen. Hier standen vor allem die Waldbrände südlich von Bordeaux im Fokus. Zehntausende Menschen mussten in den Gemeinden Teste-de-Buch und Landiras ihre Häuser verlassen, während Einsatzkräfte der Feuerwehr sowie mehrere Löschflugzeuge die Brände bekämpften. Im Département Gironde wanderten die Flammen bis auf wenige Kilometer an die bei Touristen beliebte Dune de Pilat, Europas höchste Sanddüne heran. Welche Auswirkungen Waldbrände auf den Tourismus haben können, hat unser Kollege Dominik Manal in einem A3M Report analysiert. 

Niederlande: Kollision eines Wassertaxis mit einem Ausflugsschiff 

Auf der Nieuwe Maas im Stadtzentrum von Rotterdam ereignete sich in der vergangenen Woche unter der Erasmusbrücke eine Kollision zwischen einem Ausflugsschiff und einem Wasser-Taxi, nachdem das Wassertaxi diagonal unter der Brücke fuhr und vor den Bug des Ausflugsschiff geriet. Dort wurde es unter Wasser gedrückt und sank. Sechs Menschen, darunter ein Kind und der Kapitän, sprangen aus dem kleineren Schiff ins Wasser, wurden gerettet und zur Beobachtung in ein Krankenhaus gebracht. An den Ufern der Nieuwe Maas sowie auf der Erasmusbrücke versammelten sich viele Schaulustige. Ein Augenzeuge berichtete, dass neben den zahlreichen Rettungskräften auch professionelle Taucher vor Ort waren. Die Behörden Rotterdams stuften den Unfall offiziell als einen schweren Wasserunfall ein. 

Panama: Versorgungsengpässe infolge wochenlanger Demonstrationen und Straßenblockaden 

Seit rund drei Wochen kommt es in Panama zu Großdemonstrationen und Straßenblockaden in der Hauptstadt und entlang der Panamericana, dem wichtigsten Straßenverkehrsweg des mittelamerikanischen Landes. Aufgrund steigender Lebenshaltungskosten, der hohen Inflation, korrupten Machenschaften im Regierungsapparat sowie großer sozialer Ungleichheit beteiligten sich hunderttausende Bürger an den Kundgebungen. Infolge der Blockade der Panamericana, die Panama mit den anderen mittelamerikanischen Ländern verbindet, kam es in mehreren Regionen zu Versorgungsengpässen bei Lebensmitteln und Treibstoff. Mehrere Vermittlungsversuche zwischen der Regierung und dem Zusammenschluss aus Vertretern der indigenen Bevölkerung, Gewerkschaften und zivilgesellschaftlichen Organisationen scheiterten. Um weiteren Schaden von der Wirtschaft des Landes abzuwenden, ging die Regierung unter Präsident Laurentino Cortizo auf einige Forderungen der Demonstrierenden ein und reduzierte unter anderem den Preis für Treibstoff und deckelte den Preis für verschiedene Grundnahrungsmittel. Ob diese Eingriffe seitens der Regierung ausreichen, um die öffentliche Ordnung wiederherzustellen, bleibt abzuwarten.  

Somalia: Extremistischer Anschlag nahe der Grenze zu Äthiopien  

Am vergangenen Mittwoch ereignete sich ein Angriff der Terrororganisation al-Shabaab auf die Ortschaften Yeed und Aato in der Region Bakool, nahe der Grenze zum Nachbarland Äthiopien. Hierbei wurden mehrere Zivilisten und äthiopische Sicherheitskräfte sowie eine große Anzahl an Terroristen getötet. Der Anschlag der Terrormiliz ist ein Racheakt auf die Tötung eines ranghohen Kommandeurs der Terrororganisation durch äthiopische Sicherheitskräfte auf äthiopischem Staatsgebiet. Angriffe der Terrormiliz in Grenznähe sind eine Seltenheit, da der Fokus der Extremisten seit Jahren auf dem Sturz der somalischen Regierung liegt. Erklärtes Ziel der Islamisten ist die Errichtung eines Gottesstaates in Somalia. Hierbei nutzen sie ein Machtvakuum, dass durch die immer wieder verschobenen Wahlen nur noch größer geworden ist. Im Land am Horn von Afrika fanden seit über 50 Jahren keine demokratischen Wahlen statt. Auf einen Militärputsch 1969 folgte nach dem Sturz des diktatorischen Präsidenten Siad Barre ab 1991 ein Bürgerkrieg, durch den jegliche staatliche Struktur zusammenbrach. 

Destination Manager News 

Nachdem einige südostasiatische Länder ihre Reiseeinschränkungen gelockert hatten, ziehen nun auch Länder in Ostasien nach. Ab dem 25.07. Vergeben taiwanesische Behörden wieder Visa für Personen, die für ein Praktikum, einen Freiwilligendienst, Working Holiday oder im Rahmen eines internationalen Austauschs nach Taiwan reisen wollen. 

Auch in Lateinamerika und der Karibik vereinfachen einige Länder die Einreise für internationale Touristen. So kündigte Venezuela an, dass ab 01.08. eine Einreise nur noch digital vorangemeldet werden muss. Die benötigten Nachweise müssen nur noch digital hinterlegt werden, was eine erhebliche Vereinfachung der bisherigen Praxis darstellt.

Auch der karibische Inselstaat Anguilla kündigte Einreiseerleichterungen an. So ist ab dem 08.08. eine Einreise auch für ungeimpfte Personen gestattet. Zudem entfällt der Testnachweis für geimpfte Reisende. 

Ab dem 17.07. verschärfte hingegen Indonesien, einschließlich der Urlaubsinsel Bali, seine Inlandsreisebestimmungen. So dürfen nur Personen, die dreimal geimpft sind, ohne Einschränkungen das Land bereisen. Alle anderen benötigen entweder zusätzlich zu ihrem Impfnachweis einen negativen PCR- oder Antigentest. 

Author

Philipp Knoll