Blogbeiträge
Weltkarte mit lokalisierten Ereignissen

Global Monitoring: Die Woche

Ob Naturkatastrophen, eskalierende Demonstrationen, Terroranschläge, Transportunfälle oder Kampfhandlungen infolge von bewaffneten Konflikten, das Team der A3M Travel Security analysiert rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr weltweit reisesicherheitsrelevante Entwicklungen und Vorkommnisse. Nach einer sorgfältigen Situationsanalyse stellt A3M die gewonnenen Erkenntnisse im Global Monitoring zur Verfügung, um unsere Kunden im Krisenfall optimal zu informieren. Einen Einblick in die Arbeit unserer Analysten bietet der Global Monitoring Wochenrückblick, der herausragende Global Monitoring Ereignisse der vergangenen Woche vorstellt.

Äthiopien: Massaker an Zivilisten im Bundesstaat Oromia  

Ähnlich dem seit 2020 im Norden Äthiopiens wütenden Bürgerkrieg zwischen der Zentralregierung und verschiedenen Rebellengruppierungen in den Regionen Tigray, Afar und Amhara kommt es auch in anderen Landesteilen zu Kampfhandlungen. Im Bundesstaat Oromia kämpft die mit den Rebellen im Norden verbündete Oromia Liberation Army (OLA) gegen die Armee des Premierministers Abiy Ahmed. Hierbei wurden bei Kampfhandlungen am vergangenen Wochenende in der Region West Wellega über 200 Zivilisten getötet. Das Massaker an den Angehörigen der Volksgruppe der Amhara ereignete sich in mehreren Ortschaften nahe der Stadt Gimbi. Die Zentralregierung macht die von ihr als Terrororganisation eingestufte OLA für die Gräueltaten verantwortlich, welche die Vorwürfe bestreitet. Seit Ausbruch der Kampfhandlungen im Jahr 2020 wurden schätzungsweise zwischen 50.000 bis 100.000 Personen durch Kampfhandlungen getötet. Weitere 150.000 bis 200.000 Personen starben schätzungsweise aufgrund einer seit Beginn des Krieges herrschenden Hungersnot. Derzeit gilt eine brüchige Waffenruhe zwischen der Zentralregierung und den Konfliktparteien.

China: Überschwemmungen im Süden des Landes

In der vergangenen Woche sorgten in den südchinesischen Provinzen Guangdong, Guangxi, Guizhou und Fujian historische Niederschläge für großflächige Überschwemmungen, Erdrutsche und Einschränkungen in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens. In den betroffenen Provinzen im Süden des Landes fielen die stärksten Niederschläge seit 60 Jahren. Infolge des Starkregen trat das der Perlfluss in den Provinzen Guangdong und Guangxi über die Ufer. Anderenorts wurden Straßen von Sturzfluten überflutet, welche Fahrzeuge und Gebäude beschädigten und mitrissen. In der am stärksten betroffenen Provinz Guangdong waren rund 480.000 Einwohner von den Überschwemmungen betroffen, wovon Rettungskräfte circa die Hälfte vor den Wassermassen aus ihren Unterkünften evakuierten. Die neuerlichen Überschwemmungen im Süden des Landes haben auch einen globalen Aspekt. Die Problematik der ohnehin schon durch die strenge Zero-Covid Strategie der Führung des Landes strapazierten Lieferketten wird durch die Überschwemmungen weiter verstärkt, da über die Ufer getretene Flüsse drohen, Produktionsstätten zu überfluten und Transport- und Logistikabläufe weiter einzuschränken. 

Afghanistan: Schwere Schäden durch starkes Erdbeben im Osten des Landes

Ein starkes Erdbeben der Magnitude 5.9 erschütterte am späten Dienstagabend die im Osten des Landes an der Grenze zum Nachbarland Pakistan gelegen Provinz Paktika. Das Epizentrum des Bebens lag in einer Tiefe von 10 Kilometern rund 70 Kilometer östlich der Provinzhauptstadt Sharan und war in einem Umkreis von 500 Kilometern zu spüren. Offiziellen Angaben zufolge starben durch herabfallende Trümmer und einstürzende Gebäude über 1000 Personen. 1500 weitere Einwohner der Provinz verletzten sich im Zusammenhang mit dem Erdbeben. Amateuraufnahmen aus den besonders betroffenen Distrikten Gayan und Barmal im Osten von Paktika zeigen zerstörte Gebäude und Straßen. Das unzugängliche Gelände der bergigen Region im Hindukusch sowie nach dem Beben einsetzende Niederschläge erschwerten die Rettungsarbeiten. Paktika gilt als eine der ärmsten Gegenden Afghanistans, in dem die Bewohner meist nur in einfachen Lehmhütten wohnen. Das Beben am Dienstag war das stärkste seit 20 Jahren. Der Osten Afghanistans gilt aufgrund seiner geologischen Gegebenheiten als Erdbebenrisikogebiet. 

Ecuador: Landesweit anhaltende Proteste und Ausschreitungen

Seit fast Wochen kommt es in Ecuador zu landesweiten, teils gewalttätigen Protesten. Hierbei fordern die größtenteils indigenen Demonstrierenden tiefgreifende Reformen bezüglich hoher Treibstoffpreise, Massenarbeitslosigkeit und bitterer Armut. Zu den Demonstrationen aufgerufen hat die Organisation Conaie, eine Interessensvertretung der indigenen Bevölkerung Ecuadors. Bei den teils gewalttätigen Protesten wurden landesweit mehrere Personen getötet und zahlreiche weitere verletzt. In der Stadt Puyo übernahmen die Demonstrierenden kurzzeitig die Kontrolle über die Stadt. In der Hauptstadt Quito zogen mehrere zehntausend Demonstranten bewacht von einem Großaufgebot an Sicherheitskräften durch die Straßen. Zeitweise blockierten Demonstrierende die Zufahrtsstraßen zum internationalen Flughafen der Hauptstadt und sorgten so für Flugausfälle. Aufgrund eskalierender Gewalt verhängte die Regierung zeitweise einen Ausnahmezustand in sechs Provinzen und der Hauptstadt. Unter dem Druck, der von den Demonstrierenden ausging, zeigte sich der Präsident zu Gesprächen mit Vertretern der indigenen Bevölkerung bereit. Aufgrund der Demonstrationen und einer prekären Versorgungslage droht ein Treibstoff- und Nahrungsmittelmangel in Ecuador.

Destination Manager News

Die Woche begann mit einer freudigen Meldung der staatlichen Seuchenschutzbehörde in Ägypten. Seit dem 20.06. sind Reisen nach Ägypten für Touristen wieder ohne Nachweis eines Tests, einer Impfung oder einer Genesung möglich. Damit öffnet ein weiteres Land seine Grenzen und heißt Touristen aus aller Welt willkommen. 
Auch Thailand lockerte seine Einreisebestimmungen erneut und erlaubt ab 01.07. die Einreise ohne eine bisher verpflichtende Registrierung über den Thailand-Pass oder einer Krankenversicherung. Bei Einreise ist lediglich eine Impfung oder ein negativer Test nachzuweisen, um das südostasiatische Land zu erkunden.

Author

Philipp Knoll