Blogbeiträge

Global Monitoring: Die Woche

Laut einer aktuellen Umfrage der Hanse Merkur Versicherung nimmt das Thema Reisesicherheit bei deutschen Touristen und Geschäftsreisenden eine immer wichtigere Rolle ein. Das Travel Security Team von A3M überwacht daher weltweit und zu jeder Uhrzeit reisesicherheitsrelevante Ereignisse, analysiert die aktuelle Gefahrenlage und stellt die gesammelten Informationen im Global Monitoring System bereit, um dem wachsenden Sicherheitsbedürfnis in der Reisebranche optimal zu begegnen. Es folgt eine Auswahl an Ereignissen der vergangenen Woche.

Schweden: Ausschreitungen aufgrund rechtspopulistischer Kundgebung   

Im Vorfeld einer rechtspopulistischen Kundgebung, bei der Exemplare des Koran verbrannt werden sollte, kam es am Osterwochenende in mehreren schwedischen Städten zu gewalttätigen Ausschreitungen. Gewaltbereite Gläubige attackierten die Polizei mit Steinen und Molotow-Cocktails und setzten Dutzende Fahrzeuge der Sicherheitskräfte in Brand. In der südschwedischen Stadt Norrköpping feuerten Sicherheitskräfte mehrere Warnschüsse ab, um die Situation unter Kontrolle zu bringen. Die Schüsse verletzten mindesten einen Demonstranten. Die Ausschreitungen zwischen Gläubigen und Sicherheitskräften dauerten mehrere Tage an. 

Sri Lanka: Todesopfer bei Antiregierungsprotesten 

Die seit Wochen anhaltenden Proteste in Sri Lanka forderten am Dienstag ihr erstes Todesopfer in Stadt Rambukkana, rund 100 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Colombo. Sri Lanka erfährt derzeit die schlimmste Wirtschafts- und Energiekrise seit seiner Unabhängigkeit. Seit Wochen kommt es aufgrund stark steigender Preise und Versorgungsengpässen bei Treibstoffen zu Protesten. Von den Engpässen sind auch essenziellen Gütern wie Nahrungsmitteln, Medikamenten und Elektrizität betroffen. Die Demonstranten protestieren zudem gegen die von Korruption gezeichnete Regierung des Landes.  Zu Beginn der Woche blockierten Demonstranten eine zentrale Autobahn, die die Hauptstadt Colombo mit der Stadt Kandy verbindet. Bei einer der unzähligen weiteren Protestveranstaltungen landesweit wurde mindestens ein Demonstrant erschossen und zahlreiche weitere verletzt, als die Polizei das Feuer eröffnete, um die Demonstranten auseinanderzutreiben.  Dem unverhältnismäßig harten Vorgehen der Einsatzkräfte folgte international scharfe Kritik.

Türkei: Terroranschlag auf Justizangestellte 

Bursa ist bedingt durch seine alten Moscheen, Basare und osmanischen Mausoleen ein beliebtes Ausflugsziel für Einheimische und internationale Touristen. Anschläge in der altehrwürdigen Residenzstadt sind eine Seltenheit. Dieser Umstand änderte sich am vergangenen Mittwoch durch eine Explosion im zentral gelegenen Stadtteil Osmangazi. Die Wucht der Detonation beschädigte einen vorbeifahrenden Bus, der Angestellte der Landesjustiz transportierte. Die Explosion tötete einen Passagier des Fahrzeugs, drei weitere Personen wurden verletzt. 2017 kam es zum letzten großen Terroranschlag in der Türkei in einem Nachtclub in Istanbul. Damals tötete ein Terrorist des Islamischen Staates (IS) 39 Menschen.

Israel/Palästinensische Autonomiegebiete: Spirale der Gewalt 

Einmal mehr eskaliert die Situation in Israel, dem Westjordanland und dem Gazastreifen zwischen Israelis und Palästinensern. In Jerusalem und dem Westjordanland kam es zu Unruhen und Ausschreitungen. Grund hierfür war ein Aufmarsch rechtsnationalistischer israelischer Siedler, welchen die Bewohner eines arabischen Viertels in Jerusalem verhinderten. Zudem intensivierte sich der Konflikt zwischen beiden Parteien im Südosten Israels sowie im Gazastreifen. Mehrmals feuerten Kämpfer der Hamas Raketen auf israelisches Territorium ab, unter anderem in Richtung der Stadt Sderot, die durch die israelische Raketenabwehr abgeschossen wurden. Hierauf führte die israelische Luftwaffe mehrere Luftangriffe auf Ziele im Gazastreifen durch. Das Militär gab bekannt, dass es eine unterirdische Raketenfabrik getroffen habe. Die Hamas ihrerseits antwortete erneut mit Raketenangriffen. Mittlerweile dauern die neuesten Spannungen zwischen Israelis und Palästinensern etwa einen Monat an. 

Afghanistan: Anschläge auf Bildungseinrichtungen und Moscheen

Gleich mehrere Terroranschläge des Islamischen Staates in der Provinz Khorasan (IS-K) erschütterten in dieser Woche die afghanische Zivilgesellschaft. Am Donnerstag starben bei einem Bombenanschlag auf eine schiitische Moschee in Masar-i-Scharif mindestens 14 Gläubige und Dutzende weitere verletzte der Sprengsatz. Am selben Tag wurden bei der Explosion einer Fahrradbombe in Kundus mindestens vier Personen getötet und 18 weitere verletzt. Außerdem forderten am Dienstag drei Explosionen in der Abdul Rahim Shahid High School in einem schiitischen Hazara-Viertel in Kabul mehrere Todesopfer und zahlreichen Verletzte.  Seit ihrer Machtübernahme im August 2021 kämpfen die Taliban gegen den IS-K, der sich derzeit als unlösbare Sicherheitsherausforderung erweist. Der IS-K war in Afghanistan seit einer Taliban-Offensive im November letzten Jahres relativ inaktiv, hat seine Angriffe in Afghanistan und im benachbarten Pakistan in letzter Zeit jedoch wieder intensiviert. Im Fokus der Terroristen sind hierbei besonders schiitische Einrichtungen, die von der sunnitischen Terrororganisation abgelehnt werden. 

Destination Manager News

Vergangene Woche wurde in den Vereinigten Staaten überraschend die Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln aufgehoben: Nach einem Rechtsspruch eines Bundesrichters in Florida am Montag muss in Transportmitteln wie z.B. Flugzeugen, Zügen und Bussen keine Maske mehr getragen werden.

Größere Erleichterungen im Tourismus stehen für den 1. Mai an: In Thailand fällt die PCR-Testpflicht für vollständig geimpfte Reisende und Hongkong öffnet zum ersten Mal seit zwei Jahren seine Grenzen wieder für internationale Reisende. Bislang durften dorthin nur Personen mit Wohnsitz im Land einreisen. Im benachbarten Festlandchina kämpfen die Behörden weiterhin mit strengen Lockdowns und drakonischen Maßnahmen für eine Eindämmung der jüngsten COVID-19-Ausbrüche, auch wenn in Shanghai mittlerweile wieder mehr Menschen das Haus verlassen dürfen.

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Travel Security Analyst Team