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Global Monitoring: Die Woche

Während der Vulkan auf der Kanareninsel La Palma nun seit über einem Monat aktiv ist und der erste Herbststurm des Jahres über Deutschland und Zentraleuropa zog, beschäftigten uns bei A3M auch diese Woche wieder zahlreiche Ereignisse abseits des Hauptfokus der Medien:

In einem vergleichsweise drastischen Schritt rät das Auswärtige Amt seit Donnerstagabend Reisenden in Mexiko dringend davon ab, ihre gesicherten Hotelanlagen im Raum Tulum und Playa del Carmen zu verlassen. Für den Transfer zum Flughafen sollen nur am Flughafen ansässige oder vom Hotel empfohlene Taxiunternehmen benutzt werden. In der Nacht auf Donnerstag hatte es eine Schießerei in einer Bar in Tulum gegeben, bei der zwei Touristen getötet und drei weitere verletzt wurden. Unter den Opfern befand sich auch eine deutsche Staatsbürgerin. Es soll sich um eine Auseinandersetzung von zwei verfeindeten Drogenbanden gehandelt haben. Das beliebte Urlaubsgebiet südlich von Cancún ist nicht nur geprägt von schönen Stränden und archäologischen Stätten, die Touristen anziehen, sondern auch von regelmäßigen Gewalttaten die in Verbindung mit Drogenhandel stehen.

In der selben Weltregion brodeln aktuell zahlreiche soziale Konflikte und wurden diese Woche durch Demonstrationen in mehreren Ländern sichtbar. In Guatemala demonstrierten Veteranen für eine angemessene Entschädigung nach ihrem Einsatz im Bürgerkrieg zwischen 1960 und 1996. Besonders im Süden des Landes wird in Verbindung damit vor gewaltsamen Aktionen gewarnt. Aber auch in das Parlamentsgebäude in Guatemala-Stadt waren die Demonstranten zeitweise eingedrungen. In Panama wurde gegen eine Wahlrechtsreform demonstriert. In Kolumbien dauern Proteste gegen eine Steuerreform an. In Ecuador demonstrierten Ärzte gegen schlechte Versorgung der Krankenhäuser und Indigene gegen steigende Treibstoffpreise. 

Das Niveau bloßer sozialer Spannungen und Demonstrationen hatte der bewaffnete Konflikt in der äthiopischen Region Tigray schon vor Monaten. Obwohl der Konflikt bereits seit ungefähr einem Jahr anhält, eskalierte die Lage diese Woche weiter. Laut Berichten mehrerer lokaler Quellen und internationaler Medien führte die Regierung des Landes Luftangriffe auf die Hauptstadt von Tigray, Mek’ele, durch. Dabei sollen mehrere Personen verletzt worden sein. Teilweise bestritt die äthiopische Regierung die Angriffe und da die Region bereits seit Monaten abgeriegelt ist, ist eine unabhängige Prüfung von Berichten nahezu unmöglich. Auch Angaben zu den Zielen der Luftschläge sind widersprüchlich. Laut Rebellengruppen sollten bewusst Zivilisten geschädigt werden, während die Regierung angibt gezielt gegen Einrichtungen der TPLF vorzugehen. Hieran zeigt sich jedoch, dass die anhaltenden Kämpfe auch fast ein Jahr nach ihrem Beginn mit mehrtägigen Bombardements noch neue, traurige Höhepunkte erreichen könnten.

Zugleich kommt auch der Norden Nigerias nicht zu Ruhe. In der Nacht von Sonntag auf Montag (17./18.10.) kam es in der Stadt Goronyo im Norden des Landes zu einem Banditenangriff. In der Stadt befindet sich ein vielbesuchter Markt, der das Ziel des Überfalls war. Es kam zu Schusswechseln mit Sicherheitskräften, die sich jedoch zurückziehen mussten. Insgesamt wurden mehr als 40 Personen getötet. Lokale Quellen gehen davon aus, dass sich aktuell zahlreiche Banditengruppen im Local Government Area Sabon Birni in Sokoto aufhalten, da im benachbarten Bundesstaat Zamfara verstärkt Sicherheitsoperationen durchgeführt werden. Es ist ebenso möglich, dass der Angriff diese Woche einen Vergeltungsschlag darstellte, da wenige Stunden zuvor zahlreiche Banditen bei einer solchen Operation getötet wurden.

Aber auch abseits menschengemachter Gewalt waren unsere Experten diese Woche gefordert. In den südasiatischen Ländern Indien und Nepal kam es durch anhaltende Regenfälle zu Überschwemmungen und Erdrutschen. Während es noch als humoristische Anekdote gelten kann, dass ein Paar in den Hochwassergebieten in einem Kochtopf zur eigenen Hochzeit paddelte, wurde anderenorts das zerstörerische Ausmaß der Unwetter deutlich. Bis Donnerstagmittag wurden bereits mehr als 200 Todesfälle und zusätzlich mehr als 80 Vermisste gemeldet. Der Flugverkehr, der in Nepal für den Inlandsreiseverkehr essenziell ist, kam in Teilen des Landes zum Erliegen und in beiden Ländern wurden dutzende Straßen blockiert. So konnten beispielsweise mehr als 100 Touristen den Distrikt Darjeeling nicht mehr verlassen.

Die schwelenden Unruhen in Lateinamerika werden uns in den kommenden Tagen wohl ebenso weiter beschäftigen wie Unwettermeldungen aus aller Welt. So braut sich beispielsweise vor der mexikanischen Pazifikküste bereits der nächste mögliche Tropensturm zusammen.

Author

Sebastian Manstetten