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Das Travel Security Analyst Team stellt die Krisen der Woche vor

Es geht aufwärts: Die Corona-Zahlen in Deutschland lassen seit einigen Tagen vorsichtigen Optimismus zu. Der Lockdown scheint langsam Wirkung zu zeigen und die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner liegt laut Robert-Koch-Institut seit Donnerstag erstmals seit Ende Oktober unter 100. Der neue US-Präsident Joe Biden kündigte unterdessen an, weitere 200 Millionen Impfdosen für sein Land kaufen zu wollen, um bis Spätsommer alle Amerikaner versorgen zu können. Neben der Covid-19-Pandemie beschäftigten uns auch diese Woche natürlich wieder verschiedene Krisenszenarien weltweit. Hier kommt unsere Auswahl der wichtigsten Ereignisse.

Zunächst werfen wir einen Blick in den Südosten Afrikas: Dort traf letzten Freitag der Tropensturm Eloise auf zentrale Landesteile und hinterließ in der Folge eine Spur der Verwüstung. Auch Teile Südafrikas und Simbabwes sind betroffen. Eloise sorgte für schwere Überschwemmungen und Erdrutsche, fast 7.000 Menschen wurden aus ihren Häusern vertrieben. Zahlreiche Personen starben.

Schon vergangenen Sonntag erreichten uns darüber hinaus erste Meldungen zu gewaltsamen Ausschreitungen in den Niederlanden. In Amsterdam und Eindhoven kam es zu Protesten gegen die landesweit verhängte Ausgangssperre. Die Polizei setzte zum Teil Wasserwerfer, Polizeihunde und Tränengas ein, um die Randalierer in die Schranken zu weisen. Dutzende Personen wurden festgenommen. Auch in den folgenden Tagen beruhigte sich die Lage nicht: In verschiedenen kleineren und größeren Städten im ganzen Land äußerte sich der Frust einiger Menschen über die erlassenen Maßnahmen in Gewalt und Randalen. Unter anderem wurden mehrere Autos angezündet, ein Krankenhaus mit Steinen angegriffen und zahlreiche Geschäfte geplündert. Seit Dienstagabend scheint sich die Situation etwas zu entspannen.

Wie schon in der Vorwoche hielt uns auch in den letzten Tagen die Lage in Tunesien in Atem. Dort entflammten in der jüngsten Vergangenheit politische Protesten in mehreren Städten, die Ereignisse erinnern stark an den arabischen Frühling. Am Dienstag kam es deshalb in der Hauptstadt Tunis zu einer angekündigten Demonstration vor dem Parlament. Sicherheitskräfte schirmten das Gebäude großflächig ab und gingen mit Wasserwerfern gegen die Protestierenden vor.

Auch in der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu protestierten viele Menschen in dieser Woche gegen die Regierung. Am Montag kam es dabei zu Ausschreitungen zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten. Schlagstöcke und Wasserwerfer kamen zum Einsatz, dutzende Demonstranten wurden in Gewahrsam genommen. Nepal galt noch bis vor kurzem als Hort relativer Stabilität in einer latent unruhigen Gegend; jetzt droht das Land in einer Krise zu versinken.

Nicht zuletzt in Russland wird auch weiterhin landesweit gegen die Regierung und für die Freilassung des vor kurzem inhaftierten Politikers Alexej Nawalny demonstriert. Für Sonntag haben Oppositionelle zu neuen Protesten im ganzen Land aufgerufen; unter anderem ist eine Demonstration vor dem FSB-Hauptquartier in Moskau geplant.

Author

Samed Kizgin