// Touristik// LGBTQ+ Risikokarte
Die Risk Map 2025 aus Perspektive von LGBTQ+
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🌈 Die A3M LGBTQ+-Risikokarte 2025
Als Unternehmen, das Risiken für Urlaubs- und Geschäftsreisende bewertet, stellen wir Länderdossiers zur Verfügung, die das Risiko für Reisende anhand von mehr als 80 Risikokriterien beurteilen. Ergänzend zu unserer jährlichen Risikokarte veröffentlicht A3M Global Monitoring dieses Jahr in Kooperation mit Diversity Tourism und ITB Berlin die LGBTQ+ Risk Map 2025, eine Weltkarte zur Einschätzung der Sicherheit für Reisende der LGBTQ+-Community.
Im Fokus stehen die sichersten wie auch die unsichersten Reiseländer, spannende Entwicklungen für LGBTQ+-Traveller, sowie Ergebnisse von Umfragen und Interviews mit Reiseexperte und Erfahrungen von Reisenden aus der Community.
Level 1
(dunkelgrün)
Akkordeon Inhalt
- Niedriges Risiko; LGBTQ+-Reisende haben selten Probleme
- Generell positive Wahrnehmung von LGBTQ+-Personen
Level 2
(hellgrün)
Akkordeon Inhalt
- Legal aber die rechtliche, und
gesellschaftliche Wahrnehmung ist nicht immer positiv, insbesondere
außerhalb der Städte. Negative Einstellungen betreffen vor allem die
lokale Bevölkerung - LGBTQ+-Reisende haben selten Probleme
- Public display of affection (PDA) kann zu Problemen oder unerwünschter Aufmerksamkeit führen
Level 3
(gelb)
Akkordeon Inhalt
- Legal, aber Diskriminierung vorhanden (z. B. gleichgeschlechtliche Ehen/Partnerschaften werden nicht anerkannt, Paaren wird die Unterbringung in Hotels verweigert, Schwierigkeiten beim Zugang zu medizinischer Versorgung usw.)
- Strukturelle Homophobie/Transphobie (z. B. Diskriminierung im Umgang mit Polizei und Behörden), einschließlich struktureller Gewalt
- Strafverfolgung aufgrund von Sittengesetzen/Bußgeldern
Level 4
(rot)
Akkordeon Inhalt
- Illegal
- Das Tragen von Kleidung, die nicht dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht entspricht, ist strafbar/illegal
- LGBTQ+-Reisende laufen Gefahr, verfolgt, verhaftet und/oder abgeschoben zu werden
- Alternative Geschlechtsmarkierungen auf Reisedokumenten sind illegal oder werden nicht anerkannt
Level 5
(dunkelrot)
Akkordeon Inhalt
- Illegal
- Sexuelle und geschlechtsspezifische Minderheiten werden verfolgt – mit Gefängnisstrafen (einschließlich lebenslanger Haftstrafe) und Züchtigung muss gerechnet werden, die Todesstrafe kann verhängt werden
LGBTQ+ im Bereich Reisesicherheit ist ein weites Feld, doch die Komplexität des Themas ist uns bewusst:
Erstens ist kein Land homogen und Unterschiede in der Einstellung zu LGBTQ+ variieren in ländlichen Gebieten und Städten.
Zweitens kann es erhebliche Unterschiede zwischen der offiziellen Politik, Regeln und Vorschriften und den Erfahrungen der Gemeinschaft in ihrem Alltag geben.
Es gibt Länder, die extrem strenge Gesetze in Bezug auf Homosexualität haben, in denen jedoch eine sehr aktive Untergrund-LGBTQ+-Szene existiert.
Drittens ist LGB nicht gleich TQ+. Während sich Gesetze in unsichereren Ländern oft auf Homosexualität beziehen, werden Themen wie Gender, Transition und non-binäre Geschlechtsidentität teils gar nicht juristisch gesondert beachtet, hier variiert der Umgang durch landes- und regionenspezifische Traditionen.
Viertens kann sich die Situation Urlaubs- und/oder Geschäftsreisender erheblich von der Situation Einheimischer und Einwanderer unterscheiden.
Unter Berücksichtigung all dieser Vorbehalte haben wir uns dennoch entschieden, unsere LGBTQ+-Risikokarte 2025 größtenteils auf Basis einer rechtlichen Perspektive zu stützen. In einigen Fällen konnten wir LGBTQ+-Verbände und Mitglieder der Community interviewen, um die erlebten Erfahrungen im Land zu berücksichtigen, eine ausführliche Auswertung der Umfrage findet sich im unteren Teil dieser Seite. Die Ergebnisse fließen in die Einfärbung der Karte mit ein und sind an Stellen in unserem unten angefügten Artikel ausformuliert.
A3M Global Monitoring wird weiter ins Gespräch mit Akteuren verschiedener Organisationen gehen, um Ihnen Expertise aus erlebten Erfahrungen in zukünftigen Einschätzungen zu bieten.
Top 10 der sichersten Reiseländer
für LGBTQ+ Reisende
1. Malta
2. Island
3. Niederlande
4. Kanada
5. Spanien
6. Norwegen
7. Dänemark
8. Uruguay
9. Deutschland
10. Andorra
Top 10 der unsichersten Reiseländer
für LGBTQ+ Reisende
1. Iran
2. Saudi-Arabien
3. Somalia
4. Jemen
5. Uganda
6. Afghanistan
7. Vereinigte Arabische Emirate
8. Tansania
9. Malaysia
10. Pakistan
Auswahl sicherster Länder für LGBTQ+-Reisende 2024/2025
Island
Island gilt als eines der sichersten Länder für LGBTQ+-Reisende, Grund dafür sind die rechtlichen Grundlagen, wie auch die Akzeptanz in der Gesellschaft. Seit 2023 ist Konversionstherapie komplett verboten, rechtliche Geschlechtsänderungen erfolgen per Selbst‑ID, und gleichgeschlechtliche Ehen sind seit 2010 erlaubt. Polizeiberichte verzeichnen kaum Hassdelikte – selbst in ländlichen Gebieten. Reykjavík Pride (6.–11. August 2025) und die bunte Barszene rund um die Laugavegur schaffen eine sichtbare, sichere Community.
Norwegen
Norwegen ist 2025 erneut in den weltweiten Top 10 der sichersten LGBTQ+‑Destinationen. Gleichgeschlechtliche Paare können heiraten, adoptieren und sogar kirchlich getraut werden; Trans‑Personen ändern ihr Geschlecht seit 2016 unkompliziert per Erklärung. Die Regierung fördert Pride‑Events landesweit, allen voran Oslo Pride (20.–28. Juni 2025) mit über 150 Veranstaltungen. Das Stadtleben ist offen inklusiv; Hasskriminalität wird sehr selten gemeldet und wenn doch, kann sie juristisch konsequent verfolgt werden.
Malta
Malta führt 2025 zum zehnten Mal in Folge die europäische Rainbow Map an und erreicht 88,8 %. Das Insel‑Parlament verankerte 2014 eingetragene Partnerschaften, 2017 die Ehe, verbot 2016 Konversionstherapie und erlaubt geschlechtliche Selbst‑ID seit 2015. Neu sind ein LGBTQ+‑Community‑Zentrum in Valletta und kostenlose HIV‑Tests. Sichtbare Regenbogenfahnen, wenig Hasskriminalität und weitgehend inklusive Hotellerie tragen zu einem ganzheitlich sichereren Reisen bei.
Uruguay
Uruguay gilt als LGBTQ+‑Vorreiter Südamerikas: Entkriminalisierung seit 1934, Ehe und Adoption seit 2013 bzw. 2009 sowie ein umfassendes Transgesetz von 2018. Die Rechtslage ist daher äußerst liberal. Montevideo Pride füllt im September die Avenida 18 de Julio, und auch in Strandorten wie Punta del Este finden sichere Nachtleben‑Optionen statt. Vereinzelt berichten Trans‑Personen noch von Diskriminierung, doch Polizei und Ombudsstellen reagieren zunehmend sensibel. Insgesamt können Reisende ein sicheres und progressives Umfeld erwarten.
Spanien
Spanien zählt weltweit zu den Ländern mit den umfassendsten LGBTQ+-Rechten. Gleichgeschlechtliche Ehen sind seit 2005 erlaubt, Adoption ebenfalls. Transpersonen können ihr Geschlecht seit 2023 ab 16 Jahren ändern; Konversionstherapie ist verboten. Die umfassende Antidiskriminierungsgesetzgebung schützt Identität und Ausdruck auch im Alltag. Besonders in Städten wie Madrid, Barcelona oder Valencia ist die Community sichtbar, sicher und gut vernetzt. In ländlicheren Regionen kann die soziale Akzeptanz variieren, Hasskriminalität wird jedoch staatlich verfolgt. Die Kombination aus liberaler Gesetzgebung, gesellschaftlicher Offenheit und staatlicher Förderung macht Spanien zu einer der sichersten und inklusivsten LGBTQ+-Destinationen Europas.
Auswahl unsicherster Länder für LGBTQ+-Reisende 2024/2025
Iran
Gleichgeschlechtliche Handlungen sind im Iran weiterhin explizit strafbar – für Männer drohen bis zu 100 Peitschenhiebe oder die Todesstrafe (§237 Strafgesetzbuch, speziell bei „Livat“). Transpersonen erhalten zwar gelegentlich staatlich unterstützt geschlechtsangleichende Operationen, die Einstellung großer Teile der Gesellschaft gegenüber Personen aus der LGBTQ+-Community ist jedoch überwiegend ablehnend, bis hin zu feindselig. Für Reisende besteht das höchste Risiko: schon der Verdacht auf Homosexualität kann sofortige Festnahme, Folter oder sogar Hinrichtung nach sich ziehen.
Saudi-Arabien
In Saudi-Arabien ist jede gleichgeschlechtliche Handlung nach der Scharia verboten – Strafen reichen von Gefängnis über Peitschenhiebe bis zur Todesstrafe, außerdem werden öffentliche Symbole oder Online-Kommunikation im Zusammenhang mit LGBTQ+ verfolgt. Reisende können bereits durch das Tragen von Regenbogen-Symbolen oder Kontakt über digitale Medien ins Visier der CPVPV (Sitten-Komitee) oder der Behörden gelangen, womit eine ständige Bedrohung einhergeht. Die Sicherheitslage für die LGBTQ+-Community ist daher äußerst gefährlich.
Somalia
Im gesamten Gebiet Somalias sind gleichgeschlechtliche Beziehungen strafbar – in Regionen, in denen die Scharia gilt, kann dies mit dem Tod bestraft werden, andernorts laut nationalem Zivilrecht mit Haftstrafen bis zu drei Jahren. Auch in Regionen, in denen der Rechtsstaat nicht umfassend präsent ist oder durchgreifen kann, droht Personen der LGBTQ+-Community durch semi-staatliche und gesellschaftliche Akteure Verfolgung. Für Reisende besteht ein erhebliches Risiko, besonders außerhalb diplomatisch geschützter Zonen.
Jemen
Im Jemen sind gleichgeschlechtliche Handlungen nach staatlichem und islamischem Recht verboten und können mit der Todesstrafe geahndet werden. Inmitten des anhaltenden Bürgerkriegs ist die Gewaltlage für LGBTQ+-Personen besonders bedrohlich – staatliche Willkür, Milizendruck und öffentliche Bestrafungen sind mittlerweile dokumentiert. Für Reisende ist das Land absolut ungeeignet, da selbst geringste Hinweise auf LGBTQ+ lebensgefährlich sein können.
Uganda
Seit Mai 2023 verbietet das Anti-Homosexuality Act homosexuelle Handlungen und ahndet sie mit der Todesstrafe; Konsenspartner*innen droht lebenslange Haft. Das „Propagieren“ von LGBTQ+ kann mit bis zu 20 Jahren bestraft werden. Das Verfassungsgericht bestätigte diese Strafverschärfungen im April 2024. Es kommt immer wieder zu Festnahmen und Gewalt.
Entwicklungen des Jahres 2024/25
Während LGBTQ+-Rechte in den für ihre Mitglieder sichersten Reiseländern eine Geschichte des Erstreitens um Anerkennung durch Gesetzgebung vorausgeht, befinden sich andere Länder in einem Prozess der Transformation. In einigen Fällen werden Rechte für Mitglieder der LGBTQ+-Community eingeschränkt, in anderen Fällen werden Gesetze verankert, die juristisch ihre Communities schützen und damit die Grundlage sichern, Sichtbarkeit im öffentlichen Raum zu fördern, Hasskriminalität einzuschränken oder einfach LGBTQ+ als Ganzes zu normalisieren.
An dieser Stelle schauen wir auf nennenswerte Entwicklungen im Bereich der Gesetzgebungen, die seit April 2024 verabschiedet wurden und interessant für Reisende der LGBTQ+-Community sind:
Top 10 Länder mit positiver Entwicklung bzgl. LBGTQ+ Gesetzgebung
1. Dominica
2. Namibia
3. Thailand
4. Liechtenstein
5. Tschechische Republik
6. Deutschland
7. Belgien
8. Portugal
9. Brasilien
10. Italien
Top 10 Länder mit negativer Entwicklung bzgl. LGBTQ+ Gesetzgebung
1. Mali
2. Trinidad und Tobago
3. Irak
4. Vanuatu
5. Ghana
6. USA
7. Ungarn
8. Georgien
9. Republik Moldau
10. Bulgarien
Auswahl von Ländern mit positiver Entwicklung bzgl. LGBTQ+ Gesetzgebung
Dominica
Zwar bestehen in Dominica wenig Rechte für LGBTQ+-Personen, was Schutz vor Hasskriminalität und Gleichstellung angeht, im April 2024 hob der oberste Gerichtshof jedoch ein seit 1873 bestehendes Gesetz zur Kriminalisierung von Homosexualität auf, nachdem eine Klage über die Unvereinbarkeit des Gesetzes mit der Verfassung eingereicht worden war. In Dominica bestehen sonst keine Einschränkungen für Personen der LGBTQ+-Community, allerdings auch keine Schutzgesetze.
Namibia
In Namibia bestehen wenige gesetzliche Schutzmechanismen für LGBTQ+-Personen, insbesondere im Hinblick auf Antidiskriminierung und Schutz vor Hasskriminalität. Vor und seit der Unabhängigkeit des Landes im Jahr 1990 galten homosexuelle Handlungen als kriminell, doch im Juni 2024 erklärte der High Court die Kriminalisierung gleichgeschlechtlicher Handlungen zwischen Männern für verfassungswidrig und hob die entsprechenden Gesetze auf. Bereits 2023 hatte Namibia begonnen, im Ausland geschlossene gleichgeschlechtliche Ehen in bestimmten Rechtsfragen anzuerkennen. Während wenige Einschränkungen und Rechte kodifiziert sind, bleibt gleichzeitig die gesellschaftliche Akzeptanz gering und homophobe Übergriffe kommen im Alltag vor.
Thailand
Das Jahr 2025 begann mit einer gewichtigen Gesetzesänderung in dem zwölft meistbesuchten Reiseziel Thailand. Während das Gesetz zur Legitimierung gleichgeschlechtlicher Ehe am 23.01.25 in Kraft trat, besteht in Thailand eine Tradition für Transsexualität, in dessen Zuge bereits seit 1975 geschlechtsangleichende Operationen durchgeführt werden. Neben dieser nun überfälligen Gesetzgebung ist Homosexualität bereits seit 1956 entkriminalisiert und in größeren Städten finden sich auch Clubs, die speziell die LGBTQ+-Community adressieren. Außerhalb von touristischen Zentren und Städten kann es jedoch zu Diskriminierung und Anfeindung kommen, da im ländlichen Thailand konservativere Einstellungen vorherrschen können.
Deutschland
In Deutschland besteht eine Tradition des Erstreitens von Rechten für die LGBT-Community, weshalb bereits 1968 in der DDR und 1969 in der BRD, Homosexualität entkriminalisiert wurde. Gleichgeschlechtliche Ehen sind seit 2017 erlaubt und im November 2024 trat ein weiteres wichtiges Gesetz in Kraft, das die Inklusivität und geschlechtliche Selbstbestimmung weiter fördert. Das Selbstbestimmungsgesetz erlaubt es transgender, nicht-binären und intersexuellen Menschen seit 2024 einmal im Jahr ihren gesetzlichen Vornamen und ihren Geschlechtseintrag durch Selbstidentifizierung zu ändern. Außerdem wurde u.a. in Berlin 2023 „geschlechtsspezifische“ und „gegen die sexuelle Orientierung gerichtete“ Diskriminierung in den Tatbestand der Hasskriminalität aufgenommen, was Strafen auf Basis spezifischerer Tatmotive zulässt und somit Sichtbarkeit und Sicherheit erhöht. Denn die Gesellschaft ist in Deutschland zwar gegenüber der LGBTQ+-Gemeinschaft weitgehend tolerant, dennoch treten Fälle von Homophobie/Transfeindlichkeit auf. Dagegen gibt es juristische Absicherung.
Tschechien
Auch Tschechien verzeichnet 2025 eine positive Entwicklung. Gleichgeschlechtliche Handlungen sind seit 1962 legal, und seit 2006 steht gleichgeschlechtlichen Paaren die eingetragene Partnerschaft offen. Seit Januar 2025 jedoch umfasst dies fast alle Rechte einer Ehe inklusive Stiefkindadoption. Die gesellschaftliche Akzeptanz ist somit weiter ausgebaut worden, eine Mehrheit der Bevölkerung befürwortet die vollständige Eheöffnung, auch wenn diese politisch weiterhin aussteht. Schutz vor Diskriminierung ist gesetzlich verankert, wenngleich spezielle Strafrechtsnormen gegen Hasskriminalität bislang fehlen. Insgesamt zeigen die Entwicklungen Fortschritte, auch wenn Handlungsbedarf beim Schutz vor Übergriffen bleibt.
Auswahl von Ländern mit negativer Entwicklung bzgl. LBGTQ+ Gesetzgebung
Mali
Mali ist oft in den unteren Rängen von LGBTQ+-Indizes wiederzufinden. Hintergrund sind gesetzliche Rahmenbedingungen, die bis Dezember 2024 vage formuliert und oft über „unsittliche Handlungen“ ausgelegt wurden. Im Dezember 2024 führte das Militärregime mit einem neuen Strafgesetzbuch explizit die Kriminalisierung gleichgeschlechtlicher Beziehungen zwischen Erwachsenen ein (§ 325-1 und § 325-2), ein klarer Schritt in eine Verschlechterung. Parallel dazu verankerte die im Juni 2023 abgeänderte Verfassung die Ehe ausschließlich als Verbindung von Mann und Frau.
Trinidad und Tobago
In Trinidad und Tobago bestehen bislang weder Anerkennung noch rechtlicher Schutz für LGBTQ+-Personen. April 2018 machte ein kurzer Lichtblick Schlagzeilen, als Kriminalisierung homosexueller Handlungen aufgehoben wurde. Die Abschaffung des „Buggery Laws“ wurde jedoch im März 2025 durch den Court of Appeal rückgängig gemacht und gleichgeschlechtliche Handlungen zwischen Männern erneut kriminalisiert, wenn auch mit reduzierten Höchststrafen von zwei bis fünf Jahren.
Irak
Auch der Irak findet sich stets unter den gefährlichsten Ländern für LGBTQ+-Reisende wieder. Im April 2024 verabschiedete das Parlament Gesetze, die gleichgeschlechtliche Handlungen mit bis zu 15 Jahren Haft, “Förderung” von Homosexualität mit mindestens sieben Jahren und öffentliche geschlechtsidentitätsbezogene Ausdrucksformen kriminalisieren. Schutz vor Diskriminierung aufgrund sexueller Orientierung oder Identität besteht nicht. Außerdem besteht in der Gesellschaft wenig Akzeptanz für Personen der LGBTQ+-Community. Es kommt zu staatlicher Verfolgung durch Sicherheitskräfte, gesellschaftlicher Stigmatisierung und Online-Plattformen und Dating-Apps werden zunehmend zur gezielten Überwachung und Erpressung genutzt.
Georgien
Homosexualität ist in Georgien seit 2000 legal und ein allgemeines Antidiskriminierungsgesetz gilt seit 2014, doch erließ die neugewählte Regierung Georgiens im September 2024 das Gesetz „für Familienwerte und den Schutz Minderjähriger“, das gleichgeschlechtliche Ehe, Adoption durch LGBTQ+-Paare, geschlechtsangleichende Maßnahmen sowie öffentliche Darstellungen von LGBTQ+-Beziehungen untersagt. Zudem verbietet das Gesetz Pride-Veranstaltungen und Regenbogenflaggen und erlaubt die Zensur von LGBTQ+-Inhalten in den Medien.
USA
Mit Beginn der zweiten Präsidentschaft von Donald Trump ist den USA ein klarer Trend zur Einschränkung der Rechte von Transpersonen zu beobachten. Offizielle Position der Regierung Trumps ist die Ablehnung non-binärer Geschlechtsidentitäten und Transgeschlechtlichkeit. Dies äußerte sich im Januar 2025 in der Anordnung des Außenministers Marco Rubio, dass keine neuen Reisepässe mit dem non-binären Geschlechtseintrag X mehr ausgestellt werden dürfen. Im Juni wurde diese Entscheidung dann durch ein Gericht aufgehoben und entsprechende Reisepässe können wieder beantragt werden. Die endgültige Entscheidung steht hier allerdings noch aus. Transpersonen sollen außerdem von dem Dienst in den Streitkräften ausgeschlossen werden. Auf Bundesstaatenebene weiteten zahlreiche Staaten Einschränkungen für geschlechtsangleichende Behandlungen bei Minderjährigen und Verbote von LGBTQ+-Inhalten an Schulen weiter aus, unter anderem Florida, Idaho, Indiana, Kansas, Kentucky, Louisiana, New Hampshire, Ohio, South Carolina, West Virginia und Wyoming. In Arizona, Arkansas, Florida, Iowa, Missouri, Oklahoma, Texas und West Virginia wurden non-binäre Geschlechtseinträge in offiziellen Dokumenten erschwert oder verboten. Gleichzeitig stärken liberale Bundesstaaten Schutzrechte weiter und gerichtliche Entscheidungen blockierten repressive Gesetze, unter anderem in Kentucky, Massachusetts, Montana und Ohio. Die Lage ist stark polarisiert: Während einige Regionen Sicherheit bieten, erleben andere eine deutliche Verschlechterung der rechtlichen Situation.