ESTA-Neuerungen 2026: Wie es nach Ende der Anhörungsfrist weitergeht
Dass USA-Reisende ab Frühjahr 2026 mit tiefgreifenden Änderungen am Electronic System for Travel Authorization (ESTA) rechnen müssen, stand bereits seit Ende 2025 fest. Nun scheint es konkret zu werden. Doch was ändert sich für Reisende und vor allem ab wann?
(Update siehe unten.)
Eine im Dezember veröffentlichte Vorschrift des US-Heimatschutzministeriums (Department of Homeland Security / Customs and Border Protection) kündigte an, dass der ESTA-Antrag künftig um deutlich umfangreichere persönliche Angaben erweitert werden soll: Neben klassischen Angaben sollen demnach auch Social-Media-Identitäten der letzten fünf Jahre, frühere Telefonnummern und E-Mail-Adressen sowie detaillierte Informationen zu Familienangehörigen und Kontaktdaten angegeben werden. Laut der im Federal Register publizierten Anordnung würde diese Sammlung dazu dienen, nationalen Sicherheitsrisiken besser begegnen zu können, was jedoch auf erhebliche Kritik von Datenschutz- und Bürgerrechtsorganisationen stieß.
Im Zentrum der aktuellen Diskussion steht eine 60-tägige öffentliche Beteiligungsphase, die am heutigen Montag (9. Februar 2026) abläuft und nach deren Ablauf die US-Behörde über mögliche Anpassungen entscheidet. Ob und vor allem wann die Neuerungen rechtsverbindlich werden, ist derzeit noch nicht offiziell bestätigt; verbindliche Termine oder unmittelbare Auswirkungen für ESTA-Anträge, die bereits heute gestellt werden, liegen nicht eindeutig vor. Reisende sollten sich jedoch bewusst sein, dass die amtliche Erhebung persönlicher und digitaler Daten im ESTA-Prozess weit über das bisher Gewohnte hinausgehen könnte und entsprechende Vorbereitungen — wie die sorgfältige Zusammenstellung aller relevanten Social-Media-Konten und Kontaktinformationen — ratsam sind. Eine verlässliche Planung und rechtzeitige Antragstellung wird für 2026 dadurch umso wichtiger, nicht nur für Tourist:innen, sondern mittelfristig auch für Geschäftsreisende.
UPDATE (11.02.2026): Mittlerweile ist die Timeline für die weiteren Entwicklungen veröffentlicht worden. Demnach trat mit Ablauf der Anhörungsfrist eine ein- bis zweimonatige Prüfung der öffentlichen Stellungnahmen ein, durchgeführt von DHS/CBP. Die Prüfungsphase wird mit einer 30-Day Notice enden, die erneut Raum für öffentliche Kommentierung lässt. Hiernach folgt eine Überprüfung durch das Office of Management and Budget (OMB), was vermutlich April und Mai in Anspruch nehmen dürfte. Eine Implementierung der neuen Regel wird daher frühestens Mitte des Jahres 2026 erwartet.
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