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Die Olympischen Winterspiele 2026 in Italien

Am 6. Februar ist es endlich so weit: In Mailand beginnen die XXV. Olympischen Winterspiele mit der feierlichen Entzündung des olympischen Feuers. Mehr als 3.500 Athlet:innen aus über 90 Nationen werden im verschneiten Cortina d’Ampezzo sowie an zahlreichen anderen Austragungsorten in der Lombardei, Südtirol und Trentino um Medaillen ringen. Die ersten Schlagzeilen gab’s allerdings bereits im Vorfeld.

Nach 1956 und 2006 öffnet Bella Italia dieses Jahr zum insgesamt dritten Mal in der Geschichte des Wettbewerbs ihre Tore. Zehntausende internationale Sport-Fans und Tagestouristen werden ab kommenden Freitag zu den Sportstätten im Norden des Landes pilgern. Wie schon bei den Sommerspielen in Paris sind auch Teilnehmende aus Russland und Belarus mit dabei, unter neutraler Flagge. Für großen Medienwirbel sorgten jedoch bereits im Vorfeld ganz besondere Gäste aus den Vereinigten Staaten. 

Holiday On ICE? Unwillkommene Unterstützung aus den USA

Die US-Einwanderungsbehörde ICE (United States Immigration and Customs Enforcement) hatte angekündigt, das Gastgeberland Italien vor Ort bei der “Prüfung und Minderung von Risiken durch transnationale kriminelle Organisationen” unterstützen zu wollen. In Italien stößt dieses Vorhaben nicht auf viel Gegenliebe: Der Mailänder Bürgermeister, Giuseppe Sala, verkündete in einem Radio-Interview, ICE sei in der Stadt “nicht willkommen”. Für Proteste gegen eine ICE-Präsenz bei den Spielen sorgt vor allem das gewaltsame Vorgehen der Beamten in Minneapolis, das in den vergangenen Wochen bereits Tote gefordert hat.

Doch was bedeutet dies für Reisende in Italien? Müssen Olympia-Gäste nun Sorge haben, von maskierten und bewaffneten US-amerikanischen Einsatzkräften behelligt zu werden? Die italienischen Behörden versuchten, die Wogen zu glätten und die Rolle der Amerikaner herunterzuspielen: Bei den Beamten handle es sich nicht um Angehörige des operativen Arms von ICE, außerdem seien diese nur für die Sicherheit der US-Delegation zuständig und würden das Konsulat in Mailand nicht verlassen. Höchstwahrscheinlich werden Tourist:innen von ICE überhaupt nichts merken. 

Nur wenige Streiks angesagt

Zehntausende Tagesgäste und internationale Sport-Fans werden erwartet, daher ist das Thema Reisesicherheit wie bei allen Großevents auch bei den Olympischen Winterspielen von elementarer Bedeutung. Neben den klassischen Risiken wie Taschendiebstahl und Verkehrssicherheit spielt sowohl in Mailand als auch in den bergigen Regionen das Winterwetter eine Rolle. Ausländische Behörden halten sich mit ihren Ratschlägen allerdings noch zurück: Während das britische FCDO für seine Bürger:innen eine eigene Unterseite eingerichtet hat und darauf hinweist, man solle persönliche Gegenstände im Auge behalten, äußerte sich etwa das deutsche Auswärtige Amt in seinen Reisehinweisen für Italien bis Anfang Februar noch nicht. [Edit: Am Dienstag (03.02.) wurde eine kurze Information ergänzt.]

Es sieht ganz danach aus, als könnten es dieses Jahr ruhige und harmonische Winterspiele werden, denn auch Streiks sind nur wenige angesagt: Lediglich am 13. Februar sollten Gäste in den Austragungsorten Predazzo und Tesero keinen Ausflug nach Bozen planen, denn dort wird an diesem Termin der ÖPNV bestreikt. Wer erst in der Mitte der Spiele anreisen möchte, sollte einen landesweiter Flugstreik beachten, der am 16. Februar stattfinden wird und von dem insbesondere ITA AIRWAYS und Vueling betroffen sein werden. Für eine gute Abdeckung aller Risikofaktoren von Streiks über Lawinenabgänge bis hin zu sicherheitsrelevanten Zwischenfällen empfiehlt sich auf alle Fälle die Verwendung technischer Hilfsmittel und für ein permanentes Tracking der Standorte von Reisenden (Stichwort Fürsorgepflicht) wie z.B. der Global Monitoring-App von A3M Global Monitoring GmbH.

Hilfreiche Links

Offizielle Seite der Olympischen Winterspiele 2026

ZDF (Überblick über die einzelnen Wettbewerbe)

Commissione Garanzia Sciopero (Streik-Kalender)

Author

Thorsten Muth