Blogbeiträge

Global Monitoring: Die Woche

Bombendrohungen in Tschechien, Proteste in der Mongolei, Zugkollision in Spanien, Demonstrationen in Griechenland und ein Terroranschlag auf eine Polizeistation in Indonesien. Nachrichten können schnell unübersichtlich werden.
Mit dem Global Monitoring System von A3M decken Sie alle sicherheitsbedingten oder reiseeinschränkenden Ereignisse ab. Auf der Plattform können unsere Kunden in Echtzeit an 365 Tagen im Jahr auf Informationen zugreifen, welche unser Travel Security Analyst Team auswertet und bereitstellt. Somit können Sie im Krisenfall bestmöglich reagieren. Es folgt eine Zusammenstellung ausgewählter Global Monitoring Ereignisse der vergangenen Woche im A3M Wochenrückblick – ein Wochenrückblick, der zusammenfasst und Kontext gibt.

Schottland und Tschechien: Bombendrohung und ein verdächtiger Koffer im Flugverkehrssektor 

Letzten Montag erhielt der Easyjet-Flug 6276 eine Bombendrohung. Das Verkehrsflugzeug musste daraufhin umgeleitet werden. Das Ziel war eigentlich das südenglische Bristol. Jedoch musste es, nachdem es am Flughafen Krakau gestartet war, am Václav-Havel-Flughafen Prag wieder landen. Bombenexperten hatten direkt nach der Landung und der Evakuierung der Fluggäste das Flugzeug durchsucht. Eine Bombe wurde nicht gefunden. Den Passagieren wurde versichert, dass sie ihre Reise nach England noch am selben Tag fortsetzen könnten. Auch am Flughafen Glasgow in Schottland kam es letzten Montag zu Einschränkungen im Flugverkehr. Dort musste der gesamte Flughafen evakuiert und abgeriegelt werden, da ein verdächtiges Gepäckstück gefunden wurde. Ein angerücktes Bombenentschärfungsteam konnte auch hier Entwarnung geben. Passagiere warteten währenddessen auf dem Parkplatz des Flughafens und wurden mit Notfalldecken und Wasser versorgt. Mindestens 22 Flüge mussten gestrichen werden. 

Mongolei: Proteste gegen Korruption und Inflation in Ulaanbaatar 

Bei eisigen Temperaturen versammelten sich letzte Woche Tausende von Menschen auf dem Sükhbaatar Platz im Zentrum der mongolischen Hauptstadt Ulaanbaatar. Dort demonstrierten die Bürger gegen die Korruption in der Kohleindustrie sowie gegen die Inflation im Land, die auf 15,2 Prozent angestiegen ist. Außerdem forderten viele Demonstrierende, dass die Regierung gegen korrupte Beamte vorgehen und dass das mongolische Parlament aufgelöst werden soll. Einige Demonstrierende haben zudem versucht, das zentrale Regierungsgebäude des Landes zu stürmen. Lokalmedien berichteten, dass aufgebrachte Menschen Barrieren umwarfen und Fenster einschlugen. Sicherheitskräfte hätten währenddessen versucht die Menge von ihrem Vorhaben abzuhalten. Gegen Montagabend verließen die Protestierenden dann den zentral gelegenen Platz. Die Kohleindustrie und der Bergbau machen rund ein Viertel des Bruttoinlandsprodukts (BIP) des Landes aus. Jedoch lautete einer der Vorwürfe der Demonstranten, dass der aus dem Bergbau erwirtschaftete Wohlstand nicht mit der Bevölkerung geteilt werde.  

Spanien: Dutzende Zugkollision im Bahnhof Montcada bei Barcelona 

Im Bahnhof Montcada i Reixac nördlich von Barcelona kam es zu einer Kollision zwischen einem fahrenden und einem stehenden Passagierzug der Pendlerlinie R4. Von den insgesamt 800 Passagieren in beiden Zügen erlitten 155 Personen leichte Verletzungen wie Prellungen. Ein Sprecher der Rettungskräfte sagte, dass der im Bahnhof eintreffende Zug sehr langsam fuhr, als der Zusammenstoß stattfand. Trotzdem mussten 39 Menschen, darunter auch Patienten mit Knochenbrüchen, ins Krankenhaus gebracht werden. Der Zugverkehr auf der Strecke musste kurzzeitig in beide Richtungen eingestellt werden. Zudem hat die staatliche Bahngesellschaft Renfe eine Untersuchung des Vorfalls eingeleitet. Erst im Mai 2022 wurden in Katalonien 86 Menschen verletzt, als ein Güterzug mit einem Personenzug kollidierte. 

Griechenland: Gedenkdemonstrationen in mehreren Städten nach dem Tod eines Jugendlichen  

Letzten Montagmorgen wurde Kostas Frangoulis, ein Jugendlicher der griechischen Roma-Gemeinde in Thessaloniki, von Sicherheitskräften erschossen. Berichten zufolge hatte der Teenager an einer Tankstelle nicht gezahlt und habe auf seiner Flucht versucht, Polizeimotorräder zu rammen. Daraufhin kam es vor allem in Athen und Thessaloniki zu Großdemonstrationen. Während die meisten Demonstrationen, an denen auch Mitglieder der örtlichen Roma-Gemeinde teilnahmen, friedlich blieben, kam es in den beiden größten Städten des Landes auch zu Gewaltausbrüchen. So warfen Demonstranten in der Hauptstadt Benzinbomben auf Sicherheitskräfte, setzten einen Bus in Brand und schlugen Schaufensterläden ein. Außerdem kam es zu Straßenblockaden auf Autobahnen in Thessaloniki sowie bei Zevgolatio auf der Halbinsel Peloponnes. Bereits im vergangenen Jahr wurde ein 18-jähriger Roma namens Nikos Sampanis bei einer Verfolgungsjagd in der Nähe von Athen erschossen. Zudem wird jedes Jahr mit Demonstrationen an den im Jahr 2008 Jugendlichen Alexis Grigoropoulos erinnert. Dieser wurde damals im Athener Stadtteil Exarchia von einem Polizisten erschossen. 

Indonesien: Terroranschlag auf eine Polizeistation in Bandung 

In der Stadt Bandung sprengte sich ein Selbstmordattentäter vor einer Polizeistation in der Stadt Bandung auf Java in die Luft. Bei dem Anschlag wurde ein Polizist getötet. Weitere Menschen wurden verletzt. Der militante Angreifer war bereits zuvor wegen Terrorismus inhaftiert gewesen und gehörte der radikalislamischen Gruppe Jamaah Ansharut Daulah an. Am Tatort wurden Berichten zufolge Dutzende von Papieren gefunden, die sich gegen das kürzlich vom Parlament ratifizierte Strafgesetzbuch richteten. So ging aus den sichergestellten Dokumenten hervor, dass der Attentäter das neue Strafgesetzbuch als ein „ungläubiges Produkt“ betrachtete. Das indonesische Parlament entschied, den Geschlechtsverkehr zwischen Männern nicht unter Strafe zu stellen. Jedoch wurde beschlossen, außerehelichen Sex mit bis zu einem Jahr Haft zu bestrafen. 

Weitere Global Monitoring Wochenrückblicke können auf dem A3M Global Monitoring Blog eingesehen werden.

Author

Philipp Knoll