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Die Meldung von einer neuen, in Südafrika entdeckten Coronavirus-Mutation erreichte Deutschland auf dem Höhepunkt der Herbst-Welle. Seitdem hält „Omikron“ die Welt in Atem.

Im Spätherbst hat die Zahl der COVID-19-Neuinfektionen in der Bundesrepublik einen neuen, vorläufigen Höhepunkt erreicht. Weihnachtsmärkte werden abgesagt, Intensivpatienten wegen Überlastung der Krankenhäuser per Flugzeug verlegt. Stagnierende Zahlen an neu Geimpften dominieren die Schlagzeilen, genauso wie lange Schlangen beim „Boostern“ in den gerade erst wieder eröffneten Impfzentren. Während sich jede Reaktion auf die dynamische Lage, jede Entscheidung über Wochen hinzieht, wandert Deutschland in immer mehr Ländern von der grünen oder gelben auf die rote oder dunkelrote Liste. Reisen wird kurz vor Weihnachten wieder komplizierter. Das Team des Destination Managers von A3M hatte zum Monatswechsel ohnehin schon alle Hände voll zu tun, als das südafrikanische NICD die Entdeckung einer neuen Virusvariante meldete: Die Mutation B.1.1.529 wurde „Omikron“ getauft, nach dem 15. Buchstaben des griechischen Alphabets.

Schnelle Reaktionen

Bereits einen Tag später gab das Bundesgesundheitsministerium bekannt: Südafrika wird Virusvarianten-Gebiet. Gleichzeitig teilte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen mit, dass Reisen aus dem südlichen Afrika in die EU auf ein absolutes Minimum beschränkt würden. Zu diesem Zeitpunkt war noch völlig unklar, ob die neue Variante des Coronavirus ansteckender sein würde als andere Varianten. Doch wie bereits zu anderen Zeitpunkten im Verlauf der knapp zweijährigen Pandemie geriet eine neue Lawine ins Rollen: Im Minutentakt erreichten neue Meldungen über Einreiseverbote, verschärfte Bedingungen und geänderte Bestimmungen den Destination Manager. Es war zu beobachten, dass immer mehr Staaten angesichts der unbekannten Bedrohung nun Ungeimpften generell die Einreise verweigerten. Doch am härtesten traf es Südafrika und seine Nachbarn, darunter Namibia, Botsuana, Simbabwe und Mosambik sowie die kleineren Staaten Eswatini und Lesotho: Bis zum 1. Dezember hatten bereits 56 Länder umfassende Reiseeinschränkungen für das südliche Afrika verhängt.

Lob und Kritik von UN und WHO

Dieses Vorgehen erntete harsche Kritik, nicht nur aus der Reisebranche. Auch die Vereinten Nationen und die WHO meldeten sich zu Wort: UN-Generalsekretär Guterres lobte die südafrikanische Regierung sowie die Wissenschafts- und Gesundheitsbehörden für ihr frühes Handeln und zeigte sich „zutiefst besorgt über die Isolierung der Länder im südlichen Afrika“ durch die neuen Einschränkungen. Diese Art von „Reise-Apartheid“ sei inakzeptabel, so Guterres. Die Beschränkungen seien nicht nur ungerecht, sondern auch unwirksam. Ein globaler Impfplan sei der einzige Ausweg aus der Pandemie. Der für Afrika zuständige Regionaldirektor der WHO wies Einreiseverbote unterdessen als unwissenschaftlich zurück: Die einzelnen Staaten sollten zuerst Test- und Hygieneregeln anwenden, um Reiserestriktionen zu vermeiden.

Die meisten Länder wollen die mögliche Gefahr jedoch nicht unterschätzen und behelfen sich mit Flugstreichungen oder Reiserestriktionen. Im Moment könne keiner sagen, was auf uns zukomme, meint der Virologe Christian Drosten. Die Anpassung der mRNA-Impfstoffe an die neue Virusvariante könne Monate dauern. Und auch die WHO stufte Omikron schnell als „besorgniserregend“ ein. Inzwischen wurden Fälle der Virus-Mutation in dutzenden Ländern gemeldet und die Reaktionen verstärken sich weiter. Für das Team des Destination Managers bedeutet dies, besonders wachsam zu sein. Die Entwicklungen werden aufmerksam verfolgt, angekündigte Regelverschärfungen geduldig erwartet. Erst im Laufe der nächsten Wochen und Monate dürfte sich herausstellen, ob die Omikron-Variante ihre Vorgänger einfach ersetzt – wie es bereits die Delta-Variante mit den ihren gemacht hat – oder ob sich eine weitere Zuspitzung der Pandemie andeutet. Die Welt hält beunruhigt den Atem an, doch die Arbeit im Destination Manager geht wie gewohnt weiter. Wenn auch in einem vorweihnachtlich-hektischen Tempo.