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Global Monitoring: Die Woche

„Immer wieder kommt ein neuer Frühling, immer wieder blüht ein neuer Mai.“ Auch wenn jeder Tag in der Welt des Global Monitoring neue Überraschungen mit sich bringt, so kann man sich doch auf eines verlassen: Am 1. Mai bebt in vielen Metropolen rund um den Globus der Asphalt. Im Jahr 2021 hatten die traditionellen Mai-Demonstrationen auch das Thema COVID-19 aufgegriffen. Vielerorts eskalierten die Proteste in Form von Auseinandersetzungen mit Sicherheitskräften, so etwa in Paris und Lyon, in Berlin und Leipzig. Bei einer verbotenen Demonstration in Istanbul gab es hunderte Festnahmen, im Irak fanden Kundgebungen in mehreren Städten statt.

Auch Südamerika startete mit Trillerpfeifen und Straßenschlachten in den neuen Wonnemonat: In den brasilianischen Städten Brasília, São Paulo und Rio de Janeiro versammelten sich tausende Unterstützer des amtierenden rechtspopulistischen Präsidenten Jair Bolsonaro, während sich die bereits seit Tagen tobenden Zusammenstöße in Kolumbien fortsetzten: Die Proteste in Bogotá, Medellin und Cali, die sich gegen die umstrittene Steuerreform richten, gehen ungebrochen weiter.

Schwere terroristische Angriffe wurden aus dem Grenzgebiet zwischen Burkina Faso und dem Niger gemeldet: Am Montag (03.05.) stürmten bewaffnete Kämpfer, mutmaßliche Dschihadisten, das Dorf Kodyèl in der burkinischen Provinz Komondjari. Mindestens 20 bis 30 Personen, überwiegend aus der männlichen Bevölkerung ausgewählt, wurden von den Angreifern ermordet. Etwa 200 Kilometer weiter nördlich, auf der nigrischen Seite der Grenze, kam es am Dienstag (04.05.) zu einem Überfall auf die Ortschaft Intoussane sowie auf einen nahegelegenen Checkpoint. Über 30 Menschen wurden von den ungefähr 200 bewaffneten Angreifern getötet.

Seit Anfang Mai kommt es erneut zu schweren Gefechten in Afghanistan. Mit dem Beginn des Abzugs der NATO-Truppen nahmen die Auseinandersetzungen zwischen afghanischen Regierungstruppen und Taliban-Kämpfern zu. Mehrere Offensiven der radikal-islamischen Milizen wurden zurückgeschlagen, in der Provinz Baghlan eroberten die Taliban am Mittwoch (05.05.) jedoch einen weiteren Bezirk. Zeitgleich drohten sowohl Vertreter der Regierung als auch der Taliban den Medien und Journalisten, u.a. warfen sie jenen einseitige Berichterstattung und Propaganda vor. Eine Entspannung der Lage ist aktuell nicht in Sicht.

Mindestens 25 Tote hat eine Polizeiaktion in Brasilien gefordert: Am Donnerstag (06.05.) kam es während einer Anti-Drogen-Operation im Stadtteil Jacarezinho von Rio de Janeiro zu einer Schießerei. Die Favelas der Metropole sind u.a. berüchtigt für Bandenkriege, Drogenhandel und tödliche Gewalt.

In Nigeria brodelt es gleich an mehreren Stellen. Die Angriffe auf Polizeistationen im Süden des Landes reißen nicht ab: Nach neuen Überfällen in den Bundesstaaten Imo und Anambra, die sich in der Nacht von Donnerstag auf Freitag (06./07.05.) zutrugen, kommt es weiter zu Grenzschließungen und erhöhten Sicherheitsvorkehrungen. Unterdessen gab es im von Terror geplagten Nordosten Nigerias bereits Anfang der Woche Gefechte, die in der Stadt Ajiri zahlreiche Tote forderten. Auch im Norden und Westen des Landes sorgten kriminelle Banden für bewaffnete Auseinandersetzungen mit zahlreichen Toten, gewaltsame Proteste fanden hingegen in Lagos statt. Zwischenfazit: Nigeria lockt zumindest im Mai nicht als Reiseziel.

Ganz anders Albanien: Nachdem in dem Land an der Adria für die Einreise aus Deutschland weder ein negatives Test-Ergebnis noch eine Pflichtquarantäne vorgeschrieben sind, haben auch RKI und Auswärtiges Amt am Freitag (07.05.) ihre Einstufung geändert. Albanien ist somit ab Sonntag (09.05.) kein Risikogebiet mehr – und wird damit zum ersten Land, in das Deutsche 2021 frei von Einschränkungen reisen können, ohne bei der Rückkehr eine Quarantäne antreten zu müssen.

Author

Thorsten Muth